Gedanken an Berlin

Für die Dezember-Challenge suchte ich mir das Buch „Der Mercedes-Killer“ von Stephen King aus. Ohne Frage ein spannendes Buch, ganz im Stil von Kings Horrorvorstellungen und unter normalen Umständen auf jeden Fall empfehlenswert, und doch ist jetzt der falsche Zeitpunkt dafür. Thema ist nämlich der Mord an einer Vielzahl von Menschen, umgekommen durch einen in eine Menschenmenge hinein fahrenden Wagen.

Als mich am 19. Dezember die Eilmeldung erreichte, ein Attentäter sei mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gerast, lief es mir kalt den Rücken hinunter.

Als gebürtige Berlinerin kenne ich den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gut; gerade zwei Wochen vor dem Anschlag war ich das letzte Mal selbst dort gewesen, an einem besinnlichen Ort, der Vorfreude auf das kommende Fest verbreitete. Dass genau dort nun Menschen umgekommen sind, kann ich immer noch kaum fassen und es erschüttert mich schwer. Ich begreife nicht, wie Menschen zu solch einer Tat fähig sein können. Wie tief muss der Hass verankert sein, wie groß die Menschenverachtung, wie klein das Selbstwertgefühl…

Dass so viele Menschen auf der Erde das Weihnachtsfest in Trauer verbringen müssen, trifft mich hart und manchmal wünschte ich, ich könnte ganz allein eine neue Weltordnung aufstellen. Eine Weltordnung, deren Grundsteine Toleranz, Offenheit und Akzeptanz heißen. Man muss nicht mit Jedem befreundet sein, aber man sollte doch versuchen, jeden Einzelnen zu tolerieren. Vielleicht bin ich schlichtweg zu idealistisch, aber ich kann einfach nicht daran glauben, dass der Mensch von Natur aus schlecht, egoistisch und brutal ist.

Nelson Mandela hat einmal gesagt: „Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann Ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil.“ Wie sehr hoffe ich, dass er recht hatte. Und noch mehr hoffe ich, dass die Menschheit sich eines Tages dazu entschließt, nur noch nach den Grundsätzen der Liebe zu leben. Schließlich wäre es so einfach, keinen Unterschied mehr zu machen zwischen Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder Kultur. Wer kann, wage also den Schritt, weg von der Egozentrik und hin zur Kooperation! Wer weiß, vielleicht bringt uns das Jahr 2017 bereits einen Anfang…

Kat

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Ein Kommentar zu “Gedanken an Berlin

  1. Liebe Teilnehmer der Reading Challenge, ich habe mir jetzt einige Eurer Beiträge hier angeschaut und sage: Wow! Ihr lest klasse Bücher und schreibt wunderbare Besprechungenen dazu. Auch wenn die Challenge im März endet, würde ich mir wünschen, dass wir als Bücherei weiterhin von Euch und Euren literarischen Interessen profitieren können. Auch andere Leser können durch Euch zu Büchern angeregt werden. Könnt Ihr uns nicht weiterhin Buchbesprechungen schicken, wenn Euch etwas besonders gut gefällt, und Ihr Andere darauf aufmerksam machen wollt?
    Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

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